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Wohnmobilkauf – die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau

Ein Wohnmobil bedeutet Freiheit – beim Reisen, aber auch beim Wohnen. Doch der Wohnmobilkauf gestaltet sich nicht immer so leicht, suchen doch viele die eierlegende Wollmilchsau, die es häufig gar nicht gibt. Also muss man wohl oder übel Abstriche machen.

Nehmen wir meine Situation. Ich will nicht nur 2 Wochen mit dem Wohnmobil nach Holland auf den Campingplatz sondern auch noch darin wohnen. Damit potenzieren sich die Probleme und somit auch die Kompromisse, die man eingehen muss. Denn Gegebenheiten und Einschränkungen, die man im Urlaub für eine entsprechend befristete Zeit vielleicht noch hinnehmen kann, können auf die Dauer dann doch sehr schnell nerven.

Schlafen im Wohnmobil

Bei mir ist es immer das Thema Schlafen. Ein Bett in einem Alkoven sorgt für mehr Platz im Wohnraum. Aber ich will auch mal im Bett sitzen, ein Buch lesen oder einen Film sehen. Das ist aufgrund der beschränkten Höhe oftmals nicht möglich. Damit fällt ein Alkovenwohnmobil schon mal raus.

Dann kommt hinzu, dass ich mit einer Körperlänge von 1,91 m in den meisten Wohnmobilen auf Kastenwagenbasis nicht quer schlafen kann. Das war selbst im Ex-Paketbeschleuniger mit Kögel-Aufbau nicht so ganz optimal, da das quer eingebaute Bett nur eine Länge von 1,89 m aufwies. Das ist im Urlaub egal, man winkelt die Beine an, schläft diagonal oder lässt diverse Gliedmaßen aus dem Bett hängen. Schön ist aber anders. Somit fallen die meisten Kastenwagen auch raus, wenn man das Bett nicht längs einbauen kann.

Fahrzeuggröße

Das geht natürlich auch, nimmt aber viel Platz für alles andere oder erfordert ein adäquat langes Basisfahrzeug, dass dann aber im Alltag schon wieder unpraktischer ist. Ihr seht, auch hier gibt es wieder Vor- und Nachteile. Die Fahrzeuggröße ist ein spannendes Thema. Bewohnt man ein Wohnmobil, ist das Raumgefühl nicht zu unterschätzen. Klar kann ich mir einen Hochdachkombi oder Bulli umbauen. Und natürlich kann ich auf Stehhöhe verzichten. Aber es ist schon schön, wenn man im Wohnbus unter der Dusche steht und sich auch sonst aufrecht durch das Wohnmobil bewegen kann, aneinander vorbeikommt, ohne das einer dafür kurz in der Sitzgruppe Platz nehmen muss. Aber fahrt mit dem Trümmer mal in eine beliebige Altstadt oder schaut in die missmutigen Gesichter anderer Verkehrsteilnehmer, wenn ihr auf dem Parkplatz des örtlichen Discounters mal eben 4 bis 5 Parkplätze der Länge nach belegt.

Die Ausstattung

Ein kleines Fahrzeug bietet nun mal nur wenig Raum. Da ist die Küche schon mal nur ein kleines Bauteil mit einer Kochplatte und einer Mini-Spüle und kaum Arbeitsfläche. Im Wohnbus war der klassische Gasherd mit drei Platten und einer großen Spüle vorhanden, getrennt durch eine große Arbeitsfläche. Gehen tut Beides, nur was möchte man im Alltag? Reicht ein Solarpaneel auf dem Dach? Oder sollen es doch mehrere sein? Nehmt ihr nur 2 T-Shirts für den Urlaub mit oder Bekleidung für alle Jahreszeiten und Wetterbedingungen?

Die eierlegende Wollmilchsau?

Ihr seht, das Thema ist unendlich, Kompromisse sind unausweichlich. Die eierlegende Wollmilchsau wird es nicht geben. Man muss sich entscheiden, was einem wichtig ist und welchen Kompromiss man bereit ist einzugehen. Und dann heißt es einfach: Machen. Ausprobieren. Wechseln kann man immer noch. Und dann kann der Wohnmobilkauf auf einmal ganz entspannt sein.

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